Jusos und AfA kritisieren Rentenvorschlag

Rente mit 70

von Jusos Lippe

Die Junge Union und Finanzminister Wolfgang Schäuble fordern ab 2030 eine Erhöhung des Renteneintrittsalters von 67 auf 70 Jahren. Beide Arbeitsgemeinschaften der SPD halten den Vorschlag für unsozial, zynisch und eine versteckte Rentenkürzung.

„Lebenserwartung und Lebensarbeitszeit in eine neue Rentenformel zusammenzubringen ist eine versteckte Rentenkürzung und schadet der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe für eine sichere Alterssicherung Sorge zu tragen“, so Julian Hördemann, Vorsitzender der Jusos Lippe. Hördemann, der für die Jusos die Interessen der jungen Menschen im Blick hat, ist besorgt über den Vorschlag und die zukünftige Ausstattung der Alterssicherung. „Anstatt unsoziale Ideen auf den politischen Markt zu schmeißen, sollte man geeignete Maßnahmen entwickeln, die der jungen Generation eine sichere Altersversorgung garantieren“, so Hördemann weiter. Neben zunehmend prekärer Beschäftigung, gebrochenen Erwerbsbiographien einen solchen Vorschlag zu äußern ist an der Realität vorbei und leistet keinen sinnvollen Beitrag zur Planungssicherheit der jungen Generation im Alter, so die Jusos.

Neben den Jusos unterstreicht auch die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen die Unzufriedenheit über den Vorschlag. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (AfA), Dr. Bernd Groeger: „Der Vorschlag, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen, löst überhaupt nicht das Problem, dass zukünftig viele Menschen in der Altersarmut landen werden, insbesondere derjenigen, die noch viele Berufsjahre vor sich haben“. Die AfA sieht auch die Rentenreformen der letzten Jahre kritisch und zeigt sich besorgt: „Wir brauchen keine Diskussion über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, sondern eine Diskussion darüber, wie das Rentensystem grundsätzlich so aufgestellt werden muss, dass es nicht massenhaft Altersarmut produziert. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre ein sofortiger Stopp der geplanten Absenkung des Rentenniveaus auf Kosten kapitalgestützter privater Sicherungssysteme wie die Riester-Rente. Diese lösen das Problem nicht, sondern verstärken es und sind deshalb abzuschaffen. Wenn Menschen zusätzlich privat vorsorgen wollen, so kann dies genauso gut dadurch erfolgen, dass zusätzlich in die staatliche Rentenkasse eingezahlt wird“, so Dr. Bernd Groeger abschließend.

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